Sufimusik

Sufimusik

Spirituelle Lieder und Kompositionen, sowie Bewegungen aus Gebetstänzen, fließen ebenfalls in die türkische Musiktherapie mit ein.

Die Kompositionen, wie auch die Texte sind teilweise viele Jahrhunderte alt.

Der große Sufimeister Haz. Mevlana Rumi wurde 1207 geboren. Als er mit seinem Vater nach Anatolien kam, begründete er die sich dann weiterentwickelnde Mevlevitradition. In der Mevlevimusik wurden Instrumente wie die Ney, die Rebab, die Ceng, Kudüms, Halile und Mazhar gespielt. Alle sind zentralasiatischen Ursprungs.

Die Texte der spirituellen Lieder enthalten tiefgründige, poetische und mehrsinnige Aussagen.

Zu vielen Kompositionen gehören Gebetstänze, die der inneren Einkehr und dem Gotteslob gelten. Beispiele sind der Mevlevi Sema und der Bektasi Sema.

Zum Mevlevi Sema:

Er geht zurück auf seinen Begründer Hazreti Mevlana ( 13. Jahrhundert)

Hz. Mevlana gab selbst viele Erklärungen zum Sema, wie z.B.:

“Das Drehen ist ein aufrichtiges Bemühen um spirituellen Kontakt”

Gedreht wird in Richtung Herz, denn das Herz ist die Wohnstätte Allahs.

Außerdem symbolisiert das Drehen folgenden Ausspruch des Korans: “Wo immer ihr hinseht, seht ihr Gottes Angesicht’

Die Armhaltung symbolisiert, was wir durch Allah erhalten ( rechter ausgestreckter Arm, mit nach oben geöffneter Hand ), wird an die Mitmenschen weitergegeben ( linker Arm, mit nach unten gerichteter Hand ).

Mit der Aufgabe, dem Verlust des Egos, wird es möglich den anderen Menschen in seinen Bedürfnissen und seiner Existenz wahrzunehmen und zu akzeptieren.

Ein Meilenstein auf dem Weg zur universellen Liebe.

Ohne das Gefühl der Einheit zu verlieren, lebt der Einzelne inmitten der Menschen.

Der Sema stellt somit ein weiteres wichtiges Symbol dar, nämlich das über die Liebe zu den Mitmenschen die Gottesliebe erlangt werden kann.

In dem zu hörenden Sema wird Musik auf den heiligen Instrumenten Ney, Rebab, Kopuz und Dombra gespielt, von Mantren begleitet und dazu improvisiert.

Zum Bektasi Sema

Im 13. Jahrhundert kam Haci Bektasi Veli von Horazan nach Anatolien.

Sein Weg wurde stark geprägt und beeinflusst durch Hoca Ahmet Yesevi, aus Kasachstan.

Hoca Ahmet Yesevi schrieb neben vielen anderen, ein Buch namens Divan´I Hikmet, das Buch der Weisheit.

In diesem Buch spricht er vom Sema als eine besondere Form des Tanzes, die verwendet wird, um in eine geistige und spirituelle Trance einzutreten.

Haci Bektasi Veli spricht ebenfalls vom Sema. Für ihn bedeutet der Sema eine aufrichtige, ernsthafte Aktivität und Bewegung, um sich den geistigen, spirituellen Sphären zu öffnen.

In diesem Bektasisema werden Imitationsbewegungen eines als heilig geltenden Vogels, dem Kranich getanzt.

Diese Form des Semas geht zurück auf eine Volksgruppe in Kütahya und Tavsanli, in Dedelerköyü.

Dieser spezielle Sema kommt aus der Tradition des 5. Halife (Nachfolger) Haci Bektasi Velis. Sein Name lautet Sari Ismael Dede.